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theodor heuss schule ingelheim

Manchmal verliert das Thema Tod seinen Ernst – wie hier beim Betrachten von Urnen.	 Foto: Thomas Schmidt  Foto: Thomas Schmidt

Manchmal verliert das Thema Tod seinen Ernst – wie hier beim Betrachten von Urnen. Foto: Thomas Schmidt ( Foto: Thomas Schmidt)

INGELHEIM - Die Mädchen und Jungen der Klasse 4b haben ihre Stühle im Kreis aufgestellt. Gleich beginnt die Morgenrunde. Mittendrin nicht nur Klassenlehrerein Katrin Höneß, sondern auch fünf ehrenamtliche Kräfte der Hospizgruppe Ingelheim. Eine Woche lang ist das Team von „Hospiz macht Schule" an der Theodor-Heuss-Grundschule zu Gast.

„Heute geht es um Sterben und Tod", erklärt Hospizhelferin Traudl Heil. „Ein schweres Thema." Eigentlich, aber die Viertklässler gehen damit erstaunlich unbefangen um. „Mein Opa ist gestorben – wegen Krebs", erzählt ein Schüler. „Ich war auf der Beerdigung." Sein Klassenkamerad nebenan war noch nie auf einer Beerdigung, lässt er seine Mitschüler wissen. „Aber ich war schon ganz oft auf dem Friedhof."

Viele der Mädchen und Jungen berichten, dass Opa oder Oma gestorben sind. Andere erinnern sich an den Tod eines Haustiers – Papagei, Hamster, Wellensittich oder Katze. Auch die Hospizhelferinnen tragen ihre Erfahrungen in die Runde, erzählen vom Tod enger Freunde oder dem Verlust naher Angehöriger. „Am Anfang tut es furchtbar weh", weiß Traudl Heil. Doch wenn etwas Zeit vergangen sei, dann überwiege die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Es gebe viele schönen Erinnerungen, die einem am Ende blieben.

PROJEKT

„Hospiz macht Schule" ist eine Projektwoche für Grundschulen, die seit 2010 in Ingelheim und Umgebung angeboten wird.

Durchgeführt wird sie von speziell geschulten ehrenamtlichen Hospizkräften.

Die Ausbildung der Ehrenamtlichen orientiert sich an den Standards der gemeinnützigen „Bundes-Hospiz-Akademie".

Im Rahmen der Projektwoche werden die Kinder mit verschiedenen Themen konfrontiert, die im Alltag oft weggeschoben werden – seien es Krankheit, Sterben oder Trauer. Sie bekommen Gelegenheit, in kleinen Gruppen über ihre Gefühle zu reden oder Fragen zu stellen. Und es gibt auch eine ganze Menge zu lernen, zum Beispiel über Krankheiten. Für dieses Thema wird nämlich immer ein Arzt in die Klasse gebeten. Diesmal ist es Dr. Hans-Jürgen Zimmermann, der mitsamt Arztkoffer und Übungspuppe ins Klassenzimmer kommt. An der Puppe können die Viertklässler unter fachkundiger Anleitung Herzmassagen oder Beatmung üben. Einige bekommen auch einen schicken Verband, den sie gar nicht mehr ablegen wollen.

„Die Kinder machen wieder ganz toll mit", lobt Margitta Kropshofer, die bei der Hospizgruppe für das Grundschulprojekt verantwortlich ist. Das sei eigentlich immer so, meint sie. Auch das Interesse der Schulen sei groß. Längst führt der Verein sein Projekt nicht mehr nur an Ingelheimer Grundschulen durch, sondern auch in Gau-Algesheim und Schwabenheim. Im kommenden Jahr wird zudem noch die Grundschule Ockenheim dazustoßen. Die positive Resonanz der Schulen ist für den Verein eine Bestätigung seiner Arbeit, allerdings muss das Ganze natürlich auch personell bewältigt werden. Deshalb würde sich die Hospizgruppe über weitere Mitstreiter freuen, die das Schulteam ergänzen.

Ein fester Baustein im Programm der Projektwoche ist jedes Mal, dass die Kinder ihre Jenseitsvorstellungen in gemalter Form zu Papier bringen. „Die letzte Reise" heißt die Aufgabenstellung, die sie kreativ umsetzen. Was dabei entsteht, kann im Anschluss an die Projektwoche in der Pfalz-Apotheke besichtigt werden. Dort werden die Kunstwerke der Schülerinnen und Schüler in den nächsten vier Wochen ausgestellt.

theodor heuss schule ingelheim

Source: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/ingelheim/hospiz-macht-schule-kinder-der-theodor-heuss-schule-ingelheim-widmen-sich-dem-thema-tod_18847848

Posted by: forrestforneve.blogspot.com

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